Nahrungsmittelintoleranz ist ein weit verbreitetes Phänomen. Etwa 20 % der Bevölkerung in Industrieländern ist davon betroffen.

Wenn Milch, Obst oder Gemüse Beschwerden verursachen

Eine ausgewogene Ernährung trägt zur Gesundheit und körperlichen Fitness ebenso bei wie viel Bewegung an der frischen Luft und ausreichend Schlaf. Doch was, wenn gesunde Lebensmittel wie Obst, Gemüse oder Milch nach dem Verzehr plötzlich unangenehme Beschwerden wie Blähungen oder Bauchschmerzen verursachen?

Wenn Milch, Obst oder Gemüse Beschwerden verursachen

Eine ausgewogene Ernährung trägt zur Gesundheit und körperlichen Fitness ebenso bei wie viel Bewegung an der frischen Luft und ausreichend Schlaf. Doch was, wenn gesunde Lebensmittel wie Obst, Gemüse oder Milch nach dem Verzehr plötzlich unangenehme Beschwerden wie Blähungen oder Bauchschmerzen verursachen?

Der Auslöser lässt sich oft schon durch Beobachtung (z. B. mithilfe eines Ernährungstagebuchs) eindeutig eingrenzen. Eine Rücksprache mit dem Hausarzt oder einem Ernährungsberater ist in jedem Fall ratsam. Sind die Beschwerden lebensmittelbedingt, dann kommen zwei Möglichkeiten in Betracht: eine Allergie oder eine Unverträglichkeit. Während eine Allergie immer eine Überreaktion des körpereigenen Immunsystems ist, besteht die Nahrungsmittelunverträglichkeit in der Regel darin, dass der Körper bestimmte Stoffe nicht oder nur ungenügend abbauen kann.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind weit verbreitet.

Nahrungsmittel-Allergiker machen in Deutschland schätzungsweise 7 Prozent der Bevölkerung aus. Nahrungsmittel-Intoleranzen, bei denen der Körper auf bestimmte Speisen mit Unwohlsein, Übelkeit, Blähbauch oder Durchfall reagiert, sind dagegen weit verbreitet: Laut einer Studie der Fachgesellschaft für Ernährung und Prävention aus dem Jahre 2010 sind etwa 20 Prozent der Bevölkerung in Industrieländern betroffen. Unspezifische Beschwerden nach dem Essen haben sogar zwei Drittel der Erwachsenen in Deutschland. Diese werden auch als ernsthafte Einschränkung der Lebensqualität wahrgenommen.

Woher kommen meine Verdauungsprobleme?

Die Auslöser für die Beschwerden können von ganz unterschiedlichen Lebensmitteln ausgehen. Besonders glutenhaltiges Getreide ist in diesem Zusammenhang in letzter Zeit in den Fokus gerückt. Gluten ist ein Protein, das z. B. dem Brotteig seine Konsistenz verleiht. Es kann jedoch bei Menschen mit entsprechender Veranlagung zu einer chronischen Entzündung der Dünndarmschleimhaut führen. Diese Erkrankung namens Zöliakie ist erblich, tritt jedoch verhältnismäßig selten (bei weniger als 1 % der Bevölkerung in Deutschland) auf. Ob es auch eine Glutensensitivität ohne entsprechende genetische Veranlagung geben kann, wird weiterhin diskutiert.

Gluten, ein Protein aus Getreide, kann bei Menschen mit entsprechender Veranlagung zu Zölikaie führen.

Etwa gleich viele Menschen reagieren empfindlich auf Histamin, einen Naturstoff, der bei allergischen Reaktionen und im Immunsystem eine wichtige Rolle spielt. Aber auch bakteriell fermentierte Lebensmittel wie z. B. Salami, Hartkäse und Sauerkraut, Rotwein und Bier enthalten Histamin und können bei Menschen mit einer Histamin-Intoleranz allergische Reaktionen auslösen.

Histamin, wie es z. B. in Hartkäse enthalten ist, kann bei Menschen mit Histamin-Intoleranz allergische Reaktionen auslösen.

Eine weniger bekannte, aber weit verbreitete Lebensmittelunverträglichkeit hingegen ist die Oligosaccharid-Intoleranz, bei der es beispielsweise nach dem Genuss von Bohnen und Kohl aufgrund von unverdaulichen Kohlenhydraten zu Beschwerden kommen kann. Ebenso vertragen viele Menschen kein Obst und Gemüse, da sie unter einer Fruchtzucker-Unverträglichkeit leiden. Kommt es beim Verzehr von Milchprodukten zum Rumoren im Bauch, liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Laktose-Intoleranz vor.

Oligosaccharide, wie sie in Kohl und Hülsenfrüchten enthalten sind, können ebenfalls für Verdauungsbeschwerden führen
Verdauungsprobleme nach dem Genuss von Hülsenfrüchten und Getreide deuten auf eine Oligosaccharid-Intoleranz hin

Oligosaccharid-Intoleranz – wenn einem das Gemüse nicht grün ist

Jedes Böhnchen ein Tönchen. So prosaisch es klingt, so komplex sind die Stoffwechselvorgänge, die sich hinter diesem Phänomen verbergen. Bei manchen Menschen laufen diese nach dem Verzehr von Hülsenfrüchten oder Getreide nicht ganz so reibungslos ab. Ursache ist möglicherweise eine der häufigsten Nahrungsmittelunverträglichkeiten überhaupt: die Oligosaccharid-Intoleranz. Besonders reich an diesen Mehrfachzuckern sind Bohnen, Kohl, Erbsen, Zwiebeln, Soja-, Vollkorn- und Weizenprodukte sowie einige Obstarten. Im Dünndarm ist ein Enzym für die Verdauung dieser fast ausschließlich pflanzlichen Nährstoffe zuständig – die Alpha-Galactosidase.

Über Oligosaccharide in Lebensmitteln informiert Sie auch unser Einkaufsratgeber.

Alpha-Galactosidase – der Schlüssel zu den Kohlenhydraten

Alpha-Galactosidase ist ein Enzym, das von Mikroorganismen im Verdauungstrakt dazu benutzt wird, um Mehrfachzucker (Oligosaccharide) aus komplexen Kohlenhydraten aufzubrechen und dem Körper zur Verfügung zu stellen. Fehlt dieses Enzym, gelangen Oligosaccharide unverdaut in den Dickdarm, wo sie bakteriell zersetzt, also vergoren werden. Dabei entstehen Kohlendioxid und Wasserstoff – Bauchschmerzen und Blähungen können die Folge sein!

Ein Verzicht auf gesunde Lebensmittel wie Vollkornbrot, Bohnen oder auch einige Obstsorten ist nicht empfehlenswert, denn sie enthalten wertvolle Nährstoffe und gehören regelmäßig auf den Speiseplan. Beispielweise sind Hülsenfrüchte nicht nur gute Vitalstofflieferanten, sondern auch unverzichtbare Quellen für pflanzliches Eiweiß. Zudem binden die enthaltenen Oligosaccharide, ähnlich wie Ballaststoffe, reichlich Flüssigkeit und unterstützen die Verdauung . Bei Bedarf können Präparate zur diätetischen Behandlung einer Oligosaccharidintoleranz  mit Alpha-Galactosidase die Verdauung von solchen „problematischen“ Speisen erleichtern.

Wissenswertes zu Verdauungsproblemen beim Verzehr von Obst, Gemüse oder Milch können Sie auch in unserer Broschüre nachlesen: „Wenn Nahrungsmittel Beschwerden verursachen...“